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Dienstag, 28 Mai, 2024

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72 WM-Pokale aus der Benediktiner-Abtei spiegeln Sauerländer Werte, Natur und Spitzentechnik wider

Pater Abraham: Sport und Kirche sind Friedensboten

Schiefer, Holz, Glas und Titan: Die 72 WM-Pokale für die BMW IBSF Bob & Skeleton WM in Winterberg sind buchstäblich handwerkliche Meisterwerke, die einerseits die Werte und Natur des Sauerlandes und auf der anderen Seite die Spitzentechnik der VELTINS-EisArena widerspiegeln und darstellen. Entworfen und angefertigt wurden sie in der Schmiede der Benediktinerabtei Königsmünster in Meschede. "Die WM mit Siegerehrungen ist ein großes Fest, der Pokal ein Zeichen von Dauer. Das ist auch ein kirchliches Thema", sagt Pater Abraham. "Wie kann ich inmitten der Vergänglichkeit dieser Welt etwas anbieten, was den Menschen daran erinnert, dass er mehr ist? Das verkörpert dieser Pokal auch." Gleichzeitig nennt der Mönch eine zweite Schnittstelle zwischen Sport und Kirche: "Der Sport bringt Menschen zusammen, stiftet Gemeinschaft und ist auch und besonders in der heutigen Zeit ein Zeichen des Friedens. Und die Christen sind letztendlich die ältesten Boten des Friedens."

"Von Skeleton hatte ich keine Ahnung, Bob ging so" (Pater Abraham)

Pater Abraham OSB ("Ordi Sancti Benedicti") ist Metallbaumeister und der kreative Kopf der Schmiede auf dem Mescheder Klosterberg. Wie kam er mit seinen Kollegen an den Auftrag für die Pokale? Er hatte sich auf eine Ausschreibung beworben und den Zuschlag als regionaler Wettbewerber erhalten. "Es war aber eine völlig fremde Welt für mich. Unser Hauptprofil ist, Kirchenausstattungen und Kreuzgestaltungen anzubieten. Von Skeleton hatte ich beispielsweise keine Ahnung, Bob ging so. Das Thema interessierte mich aber." Der Mönch fühlte sich in das Thema ein, stellte Schnittstellen bzw. Themenverwandtschaften zwischen Sport und Kirche fest und legte los.

Der Entwurf machte ihm als "angewandter Gestalter einer Kundenanfrage" großen Spaß. Er musste etwas zum Thema Sauerland machen. Er stammt aus Hildesheim, "beobachtet" aber seit 30 Jahren die Sauerländer und nimmt als "Beobachter aus dem Hintergrund" viel wahr. Die Materialien waren daher schnell entwickelt. Schiefer als unterster Teil des Pokalsockels. "Schiefer ist in den großen Schiefergruben des Sauerlandes ein Urbestandteil dieser Kultur." Als zweites Material kam Holz hinzu. "Nach Kyrill und der Borkenkäfer-Epidemie bin ich beeindruckt, mit welcher Energie die Sauerländer ihre Wälder wieder aufforsten und neue Konzepte entwickeln." Das dritte Sockelelement ist Glas, symbolisiert gefrorenes Wasser, also das Eis in der VELTINS-Eis-Arena.

Auf dem Eis thront eine Kufe aus Titan

Auf dem Eis thront eine Kufe aus Titan, das ultramoderne und hochtechnische Material. Auch die technisch immer weiter verfeinerten Sportgeräte beruhen im Endeffekt auf diesem Modul. Das Titan wurde am Computer in der Schmiede entworfen. Die Laserfirma "Laser Pro Tec" aus Meschede-Freienohl ("Natürlich eine Sauerländer Firma") hat es dann gefertigt. Dann wurde es in der Kloster-Schmiede weiter umgeformt, dass hinten "diese Welle, dieser Schnörkel drankommt". Gefärbt wurde die Titan-Kufe mit Strom und danach mit UV-Licht auf den Sockel geklebt.

Pokale stießen auf Begeisterung

"Danach waren wir sehr aufgeregt und haben auf die Reaktion aus Winterberg gewartet." Die Pokale stießen auf Begeisterung. "Das hat unser ganzes Team gefreut." Und wie sieht Pater Abraham das Werk der Schmiede? "Als Gestalter muss man immer einen Blick dahinter haben. Ich bin immer sehr zufrieden, wenn ich sehe, dass das, was ich gezeichnet habe, auch Realität geworden ist. Zweitens bin ich immer froh, wenn andere Leute das gut finden."

Als bester Ausbildungsbetrieb 2023 ausgezeichnet

Das Kloster sieht es als wichtigen Auftrag an, sich um junge Menschen zu kümmern. "In der Schmiede arbeiten wir zusammen mit acht Mitarbeitern", betont Pater Abraham. "Zwei Metallbaumeister, drei Gesellen und zwei Azubis, hinzu kommt eine Hilfskraft, also junge Menschen. Die waren genau so stolz wie ich." Grund zur Freude gab es auch im letzten Jahr: Die Schmiede wurde von der Handwerkskammer Südwestfalen als bester Ausbildungsbetrieb 2023 ausgezeichnet. In diesem Zusammenhang wurden auch die anderen Betriebe der Abteiwaren Königsmünster GmbH im Feld der beruflichen Ausbildung gewürdigt. Die Kategorie lautete: "Soziale Verantwortung und gesellschaftliches Engagement."

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