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Winterberg
Freitag, 24 Mai, 2024

AKTUELLES

Der Seniorenbeirat der Stadt Winterberg informiert

Einsamkeit – ein aktuelles Phänomen

In Nordrhein-Westfalen fühlen sich laut aktuellen Erhebungen etwa 15 Prozent der Menschen einsam. Einsamkeit kann Auswirkungen auf die mentale und körperliche Gesundheit der Betroffenen haben. Die soziale Isolation nimmt zu und wird plötzlich zu einem Problem, aber nicht nur bei der älteren Generation. Was ist, wenn keiner zum Reden da ist? Wenn keine Freizeitgestaltung oder regelmäßige Tätigkeit mehr möglich ist? So reduziert sich schleichend der Kreis der Kontakte, auch durch Krankheits- oder Mobilitätseinschränkungen. Der Seniorenbeirat der Stadt hat sich im letzten Jahr in verschiedenen Gesprächsrunden – auch mit Vertreterinnen der örtlichen Caritaskonferenzen – mit dieser Problematik beschäftigt.

Auf Einladung des Seniorenbeirates haben sich kürzlich Interessierte im Bildungs- und Exerzitienhaus St. Bonifatius in Elkeringhausen getroffen. An diesem Vormittag hat der Direktor Pastor Dr. Andreas Rohde das Thema Einsamkeit einmal aus pastoraler Sicht beleuchtet: Entdeckt auch die Kirche dieses Thema als pastoral relevant? Und wenn ja, was kann sie aktiv beitragen? Pastor Rohde stellte an vier Grundvollzügen da, wo sich die Kirche realisiert: 1. Bezeugung des Glaubens in Wort und Tat (Martyria) – 2. Der konkrete Dienst am Nächsten (Diakonia) – 3. Der Gottesdienst (Liturgia) – 4. Die Gemeinschaft (Koinonia). „Daraus ergibt sich ihr pastorales Handeln, denn alles, was die Kirche tut, soll der Gemeinschaft dienen“, erklärte Pastor Rohde. „Dies scheint mir beim Thema „Einsamkeit“ eine dringende Erinnerung wert. Pastorale Arbeit vor Ort darf sich nicht in der Einseitigkeit eines kirchlichen Grundvollzugs, etwa der Liturgie, erschöpfen! Im Klartext bedeutet das: Die Hinwendung zum Nächsten ist Gottesdienst, weil ich im Anderen Gott begegne. Daraus erwachsen die sogenannten Werke der Barmherzigkeit: Du gehörst dazu… Ich höre dir zu… Ich teile mit dir… Ich besuche dich… „Das sind für mich die Grundlagen für eine zeitgemäße und dem Menschen zugewandte Pastorale, die uns auch bei den Überlegungen leiten kann, was die Kirche gegen Einsamkeit unter anderem tun kann“, betonte Pastor Rohde. Sein Fazit: 1. Wir müssen wieder eine „Willkommenskultur“ aufbauen, eine Anlaufstelle mit offenen Gesprächsangeboten. 2. Die Kirche muss generationsübergreifende Angebote schaffen, mit den Vereinen im pastoralen Raum, die dann der Einzelne annehmen kann. 3. Im Angebot muss vor allem die Einladung sein, in dieses Netz an Beziehungen hineinzugehören – egal welcher Konfession oder Religion man angehört. Das Ziel ist eine ganzheitliche Teilhabe, die sich an den Bedürfnissen des Menschen ausrichtet.

In der abschließenden Diskussionsrunde wurden weitere unterschiedliche Interventionen zur „Behandlung“ von Einsamkeit besprochen. Zum Abschluss dieses Vormittags in Elkeringhausen bedankte sich der Vorsitzende vom Seniorenbeirat bei Pastor Andreas Rohde für seine Ausführungen und er richtete den dringenden Appell an die interessierten Zuhörer, dass gesellschaftlich relevante Thema in allen Gemeinschaften vor Ort anzusprechen.

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