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Mittwoch, 12 Juni, 2024

AKTUELLES

Schulen in Winterberg müssen fit für die Zukunft gestaltet werden

Geschwister-Scholl-Gymnasium in Winterberg soll perspektivisch in Cluster-Schule umgebaut werden

Neue rechtliche Anforderungen an die Schulen sorgen dafür, dass die Stadt Winterberg im Bildungsbereich vor großen baulichen und finanziellen Herausforderungen steht. Bund und Land haben beschlossen, dass es ab dem Jahr 2026 einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen gibt. Auch muss sich die Stadt Winterberg auf die Rückkehr von G 8 auf G 9 am Geschwister-Scholl-Gymnasium einstellen und die Voraussetzungen schaffen, dass ab dem Schuljahr 2026/2027 bis zu weitere 100 Schülerinnen und Schüler Platz in der Schule finden. „Im Schulbereich stehen wir aktuell vor großen Herausforderungen. So müssen unsere Schulen modernisiert und vergrößert werden, um die rechtlichen Anforderungen abbilden zu können. Für diesen herausfordernden Prozess nehmen wir unsere gesamte Schulinfrastruktur in den Blick. Denn neben den rechtlichen Herausforderungen am Gymnasium und den Grundschulen müssen wir auch an unserem Sekundarschulstandort aufgrund der steigenden Schülerzahlen nachjustieren. Und, es wird nicht ohne eine Neuverschuldung gehen“, so Bürgermeister Michael Beckmann.

Eigens für diese großen aktuellen und zukünftigen Herausforderungen im Bildungsbereich wurde eine Arbeitsgruppe Schulentwicklung aus Mitarbeitern der Verwaltung und Fraktionsmitgliedern gegründet, um die Fraktionen in den Prozess der Weiterentwicklung der Bildungsinfrastruktur eng einzubinden und trotz der Dynamik des Prozesses gut zu informieren. Die Arbeitsgruppe hat sich in den vergangenen Monaten intensiv mit den Herausforderungen beschäftigt und sich Schulstandorte angeschaut. Bis zum Frühjahr 2023 waren die schulpolitischen Sprecher aller Fraktionen in diesen Prozess eingebunden.

Ganztagsanspruch wird ab dem Schuljahr 2026/2027 schrittweise eingeführt

Ab August 2026 haben alle Kinder der Jahrgangsstufe 1 einen Anspruch darauf, ganztägig betreut zu werden. Der Anspruch wird in den Folgejahren um je eine Klassenstufe ausgeweitet, sodass ab August 2029 jedes Grundschulkind der Klassenstufen 1 bis 4 einen Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung hat. Die Experten auf Ebene des Landes gehen davon aus, dass dieses Angebot mittelfristig von bis zu 80% der Schülerinnen und Schüler wahrgenommen wird, also deutlich mehr wie das heute schon der Fall ist. „Die genauen Anforderungen, die der Rechtsanspruch mit sich bringt, kennen wir bislang noch nicht im Detail. Aber klar ist, dass wir Städte und Gemeinde zunächst erst einmal die baulichen Voraussetzungen schaffen müssen, um dann den Ganztagsanspruch überhaupt umsetzen zu können, denn jede Stadt muss sich darauf einstellen, dass am Ende deutlich mehr Eltern als heute den Ganztagsanspruch wahrnehmen möchten. Darauf müssen auch wir uns bei unseren beiden Offenen Ganztagsgrundschulen in Winterberg und Siedlinghausen einstellen und räumlich nachbesseren“, so Bürgermeister Michael Beckmann. „Bei der Grundschule in Winterberg sind wir angesichts der Nachfrage nach OGS-Plätzen bereits im Jahr 2021 in einen Prozess eingestiegen, um den Raumbedarf mit einem spezialisierten Entwicklungsbüro weiterzuentwickeln. Mit dem Mensacontainer hat die Stadt Winterberg einen ersten Schritt getan, um die Situation an der Grundschule Winterberg im offenen Ganztag zu entspannen. Auch die multifunktionale Nutzung von Klassen hat ebenfalls für Entspannung gesorgt. Ein Dank geht hier an die Lehrerinnen und Lehrer und die Kolleginnen und Kollegen der OGS, dass wir das bis hierhin gemeinsam geschultert haben. In Siedlinghausen sieht die Situation anders aus. Um auf den Rechtsanspruch zu reagieren und den zusätzlichen Raumbedarf abzudecken, soll die Grundschule Siedlinghausen in das ehemalige Verbundschulgebäude ziehen. Gemeinsam mit der Grundschule prüfen wir derzeit, ob die ehemalige Verbundschule für eine Nutzung als Grundschule, einschließlich der Berücksichtigung des Ganztagsanspruchs, geeignet ist und welche Umbaumaßnahmen dafür erforderlich sind. Wir tun von unserer Seite alles dafür, dass auch unsere Grundschulen und unsere Kinder bestmögliche Voraussetzungen haben“, so Beckmann weiter.

Geschwister-Scholl-Gymnasium in Winterberg soll perspektivisch in Cluster-Schule umgebaut werden

Bis zu 100 Schülerinnen und Schüler mehr wollen ab dem Schuljahr 2026/2027 am Geschwister-Scholl-Gymnasium beschult werden, für die die Stadt Winterberg Platz schaffen muss. Hinzu kommt, dass das Gymnasium aktuell die Anforderungen an eine moderne, zeitgemäße Pädagogik nicht mehr erfüllen kann, da das Gebäude aus den 70igern Jahren des vorherigen Jahrhunderts stammt und damit ein klassisches Kind seiner Zeit ist. Auch muss das Gebäude von Grund auf energetisch saniert werden. Dies auch vor dem Hintergrund des Gebäudeenergiegesetzes.

Anfang September wurden dem Rat der Stadt Winterberg fünf mögliche Optionen für die Sanierung und Erweiterung des Geschwister-Scholl-Gymnasiums vorgestellt. Entwickelt wurden diese fünf Optionen in den vergangenen Monaten mit Vertreterinnen und Vertretern der Schule, also den pädagogischen Experten, der Verwaltung, der Arbeitsgruppe Schulentwicklung und einem Fachbüro. Nach einer emotionalen Debatte hat der Rat der Stadt Winterberg in seiner Sitzung am 19. Oktober mehrheitlich entschieden, dass das Geschwister-Scholl-Gymnasium perspektivisch zu einer Clusterschule umgebaut werden und die Verwaltung unter anderem beauftragt, ein Bau- und Finanzierungskonzept zu erarbeiten und die Grundlagen einer Ausschreibung für die Planung zu erarbeiten.

Die Sanierung und Erweiterung soll dabei in drei Bauabschnitten erfolgen, die Schritt für Schritt – auch nach Finanzierbarkeit – angegangen werden sollen:

1. An- bzw. Ergänzungsbau, um für die 100 zusätzlichen Schülerinnen und Schüler aufgrund der Rückkehr zu G9 Platz zu schaffen. Dieser Bauabschnitt soll bis zum 31.07.2026 fertiggestellt werden.

2. Im zweiten Bauabschnitt soll das Bestandsgebäude saniert und möglicherweise umgebaut werden.

3. Im letzten Bauabschnitt soll dann die Aula, die auch multifunktionell nutzbar sein soll, gebaut werden.

„Der Rat hat in seiner vergangenen Sitzung einen wichtigen Grundsatzbeschluss für die Erweiterung und Sanierung unseres Gymnasiums gefasst. Diesen Grundsatzbeschluss werden wir nun, immer abgestimmt mit den zuständigen Gremien, mit Leben füllen und in die weitere Bauplanung einsteigen. Die Debatte im Stadtrat über die bauliche Umgestaltung unseres Geschwister-Scholl-Gymnasiums sowie insbesondere über die Finanzierung war in den letzten Wochen hitzig, heftig und emotional, manchmal auch hart an der Grenze. Wer mich und alle Ratsmitglieder parteiübergreifend kennt, der weiß, dass wir trotz aller Kontroversen sehr viel Wert auf sachliche und faire Debatten legen und weiter legen werden. Die Auseinandersetzung zum Thema Bildung zeigt aber auch, mit wie viel Herzblut wir alle um eine möglichst optimale Bildung unserer Kinder und Enkelkinder hier in Winterberg ringen. Sie zeigt, dass uns die Zukunft der nachfolgenden Generationen nicht egal ist. Im Gegenteil. Denn diese Debatte zeigt auch, dass wir letztendlich alle im Ziel vereint sind: Den aktuellen und künftigen Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrerinnen und Lehrern eine zukunftsfähige Infrastruktur als Fundament für bestmögliche Bildung zu bieten“, so Bürgermeister Michael Beckmann.

Die Präsentation aus der Ratssitzung vom 19.10.23 ist unter https://www.rathaus-winterberg.de/gymnasium

zu finden. Dort sind auch alle Varianten, die in der Ratssitzung am 05.09.23 präsentiert wurden, abgelegt. Die Stadt Winterberg wird zudem regelmäßig im Mitteilungsblatt oder über ihre Kanäle in den Sozialen Medien über den weiteren Fortgang der Planungen und Maßnahmen an allen Schulen berichten.

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